zur Tour von Torsten (Priorat) Hammer
- Wanze - Arenberg
Nahe des Startortes Wanze liegt das Dorf Couthuin mit seinem Schloß Marsinne. Vor Jahren bekam ich eine Einladung der Domaine Mounie aus dem Roussillon zu einem dort im November stattfindenden Weinsalon. Der Veranstalter aus Couthuin hat zwar selber eigene Reben und dort wird auch vereinsweise Weinbau betrieben, zu verkosten gab es davon allerdings nichts. Neugierig machte ich mich dennoch auf den Weg – am Ende war dies meine erste geplante Tour nach Belgien. Vorher allerdings, noch zu Vor-Euro Zeiten musste ich einmal wegen Staus im Ruhrgebiet und um Köln auf dem Weg in die französischen Ardennen mein Nachtnotquartier in Belgien aufschlagen und entdeckte so den Kletterfelsen von Dave unterhalb von Namur. An diesen erinnerte ich mich bei der Planung der Weintour natürlich und ein bissel Klettermaterial fand seinen Platz im Auto.
Freundlicherweise durfte ich sogar gegenüber vom Schloss mein Zelt für die Tage kostenlos aufschlagen, in dem kleinen Dörfchen wäre man sonst nach Besuch des Salons auch verloren gewesen. Der Salon war deutlich kleiner als erwartet, aber einige interessante Erzeuger aus allen möglichen Regionen Frankreichs waren dennoch dabei. Und so fanden auch einige Weinkisten ihren Platz in meinem Auto.
Dennoch war ich mit dem Salon schneller fertig als geplant und da das Novemberwetter wirklich traumhaft war, machte ich einen Abstecher nach Dave und kletterte bis zum Sonnenuntergang – diesen genoss ich dann natürlich ganz oben in über 60m über der Meuse…
Kurz vor Namur fahren die Radrennfahrer auch noch am Klettergebiet Marche des Dames vorbei (auf der anderen Seite des Flusses hinter Thon). Als ich dort einmal klettern und auch den dortigen Klettersteig besuchen wollte (wohl der einzig wirklich lohnende in Belgien), regnete es allerdings so stark, dass ich diese Aktion auf unbestimmte Zeit später verschieben musste…
- Cambrai - Reims
Den Startort Cambrai habe ich in den 90ern bereits per Rad erkundet, wir radelten damals einige Tage in der waldreichen Umgebung von Maroilles und Avesnes sur Helpe (wunderbare regionale Käsespezialitäten), bevor es dann über Amiens in Richtung Kanalküste weiterging.
Die Region, durch die die Etappe führt, ist zwar hauptsächlich durch ihre schweren Kämpfe im ersten Weltkrieg bekannt, etliche Zeugnisse um Laon, und den Chemin des Dames kann man heute noch besichtigen, aber es ist auch eine kulinarisch berühmte Region – die Thiérache. Der Gemüseanbau wird hier groß geschrieben, besonders die Spargel sind berühmt. Aber auch ein regionales Getränk- ein Cidre aus Birnen statt Äpfeln sollte man unbedingt versuchen. Ich habe bei meinen Durchreisen durch die Thiérache mich gern in Bauernläden damit eingedeckt.
Aus Liesse, durch das die Tour führt, ist mir die besonders schön ausgestattete Kirche Notre Dame in Erinnerung geblieben.
Am Ende der Tour nähern wir uns dem Champagner an, ohne allerdings durch die Weinberge der Montagne de Reims zu fahren – schade, aber die Tourorganisatoren werden ihre Gründe haben.
Dafür haben in der wunderschönen Stadt mit ihren Kirchen – allen voran die berühmte Kathedrale mit dem Lächeln von Reims – etliche berühmte Champagnerhäuser ihren Sitz. Zu meinem Geburtstag 1993 besuchte ich Reims und damals auch die Champagner-Keller des berühmten Hauses Mumm. Die Fahrt durch die riesigen Keller war eindrücklicher als der verprobte Champagner. Heute trinke ich, wenn überhaupt, dann zumeist Erzeugnisse der kleinen unabhängigen Winzer. Aber das ist ein anderes Thema. In Reims residieren die großen…
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