Mittwoch, 20. Juli 2011

Etappe 17: GAP - PINEROLO 179 km


Also so wird das nix mit den fröhlichen Luxemburgern... Können die Schlecks etwa nicht bergab fahren ? Mußte man denken, wenn man sah, wie vor allem Andy gestern kurz vor dem Ziel in Gap den Berg runtergeeiert ist. Außerdem sollten die sich mal entscheiden, wer von den beiden denn auf Sieg fährt. Auch heute gibt es nach der Steigung wieder eine sehr lange Abfahrt (klick). Und die Wetteraussichten sind für den westlichen Alpenraum nicht so gut, es kann wieder glitschig werden...
Die Strecke von Gap das Durancetal hoch bin ich genau vor einem Jahr mit dem Auto gefahren. Man erlebt diese Straße sehr unterschiedlich, je nachdem in welche Richtung man unterwegs ist. Von Nord nach Süd wird es immer wärmer, man fährt den Farben, dem Licht und den Düften der Provence entgegen. Von Süd nach Nord dagegen macht sich in der Regel leichte Depression breit, es ist ja der Rückweg, irgendwie ein Abschied vom Sommer, die Alpen bäumen sich auf.

Brücke über den Serre Poncon, genau da wird heute auch gefahren

Dabei gibt es auf der Etappe einiges zu sehen. Ich hoffe es ist nicht so ein Sch...wetter wie gestern. Es geht über den Lac de Serre Poncon (größter künstlich angelegter See Europas), vorbei an der Felsenstadt Embrun bis rauf nach Briancon in 1300 Metern Höhe. Absolut beeindruckend die Cité Vauban (klick) mit ihren dicken Mauern und Falltoren. Innerhalb jede Menge Restaurants, die die typischen kräftigen, gerne von Käse dominierten Gerichte Savoyens anbieten.


Alle möglichen Arten von Kartoffel-, Wurst-, Käsekombinationen sind die sättigende Kost für Bergfreunde. Die Höhenluft macht hungrig. Wir waren im Passé Simple, es gab Raclette "à l ´ancienne" mit kleinem Schmelzöfchen auf dem Tisch. Dazu schmeckte ein frischer Weißwein aus Savoyen. Ich hab diese Jahr leider keinen, die sind auch hier nicht in jeder Weinhandlung so ohne weiteres zu bekommen. Im letzten Jahr gab es den Apremont "Gastronomique" Vin de Savoie 2009 von Jean Perrier et Fils.

Käsekost, in der Mitte meine Tartiflette à la maison:
Kartoffelscheiben, zerlaufener Reblochon,
gerösteter Schinken und Zwiebeln

Man könnte heute eigentlich auch einen Italiener aus dem Piemont trinken, die Tour macht nämlich bei Briancon eine Schlenker über die nahe Grenze und endet heute in Pinerolo westlich von Turin. Von dort kommend bin ich vor 20 Jahren auch schon mal die Strecke nach Briancon gefahren. Dann natürlich weiter ans Mittelmeer, allerdings eine komplizierte Wegführung über Barcelonette, den Col d´Allos, vorbei am Grand Canyon du Verdon etc. Das Ganze übrigens nicht mit dem kleinen roten Kadett, sondern einem Diesel-Benz, 1,6 Tonnen mit 60 PS. An den vielen Steigungen brauchte man Geduld...

Kulinarische Rast vor 20 Jahren an der
heutigen Etappenstrecke kurz vor Briancon:

Der Genießer und der Weindeuter am Klapptisch



Kommentare:

  1. Lieber langsam im Benz sitzen als schnell auf dem Rad strampeln, meint jedenfalls der Genießer.

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  3. verfolge eure Bericht - gefällt +++

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  4. Ja, man müßte sich nochmal die Zeit für sowas nehmen. Und so putzig picknicken am Straßenrand, würde man heute auch etwas anders machen.

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