Freitag, 13. Juli 2012

Torstens Genusskommentar: Saint-Jean-de-Maurienne - Annonay Davézieux

Torsten (Priorat) Hammer schreibt zu den Etappen über seine vielfältigen Reise-und Genusserfahrungen


Auch heute gibt es wieder einige Erinnerungen an den letztjährigen Urlaub.- im Prinzip können wir an das Ende des gestrigen Tages anknüpfen, denn St. Jean de Maurienne ist ja heute Startort.
Als wir im letzten Jahr hier unten eintrafen, war der Teufel los - Schlechtwetter zog ganz urplötzlich auf und auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt flogen unserem Auto diverse Mülltonnen um die Räder... Dabei hatte es kurz zuvor oben auf dem Berg alles noch okay ausgesehen. 
Am Abend auch beim Kochen das Wetter - Desaster, wer auf meinem Blog gelesen hat, der hat die Geschichte schon serviert bekommen...

In Pontamafrey – Montpascal (noch vor dem scharfen Start heute) haben wir unser Zelt auf dem Platz aufgeschlagen, der zugleich der Ausgangspunkt für zwei spektakuläre Klettersteige ist, die zu den absoluten Höhepunkten der letztjährigen Tour zählten. Auch hier habt ihr die vielen Bilder schon gesehen, die man übrigens alle durch zwei mal auf das Bild klicken noch entsprechend vergrößern kann, dann sieht man oft noch den spektakulären Wegverlauf.

Le Bastion ist dabei der schwere Teil des Steiges – und diesen haben wir auch zuerst gemacht – unterwegs aussteigen geht nicht und das TD für Tres Difficile ist auch gerechtfertigt, 477 Höhenmeter auf 600 m Länge, dabei mehrere längere Überhangabschnitte, nichts für zartbesaitete Gemüter, denn da gibt es jede Menge „Gaz“ und auch die Unterarme werden entsprechend strapaziert.

Blick ins Arc – Tal: Da unten ist heute der Start


Reben mit Kapelle


Oben gibt es dafür einen herrlichen Blick ins Tal und sogar Reben. Leider waren die Trauben hier noch nicht reif genug für eine Kostprobe. Der zweite Steig Le Passerelle erschien mir nach dem Bezwingen der Bastion fast wie ein Kinderspiel. Den Zugang erreichten wir über die Straße, die man von der Bastion aus gut sieht, das wäre auch mal eine schöne Kletterpartie für die Radler... 
Aber die fahren erst mal gemütlich unten im Arc – Tal lang. Bis wir dann zum Madeleine abgebogen sind, haben wir das nach dem Durchsteigen der Via – Ferratas dann auch gemacht und das Stück danach sind wir ja  gegenläufig gefahren, als wir in die Alpen reinkamen – wobei wir im Tal die schnelle Hauptstrasse genommen haben und nicht die Nebenstrecke durch die kleinen Dörfer.

Die kleine Bergstrasse, die heute zur ersten Bergwertung führt, kenne ich nicht, wir sind letztes Jahr außen rum gefahren, aber dann auf dem Weg zum Col de Granier bin ich wieder mit dabei. Unten in Chapareillan klinken wir uns wieder in die Strecke ein. Wir sind das, was heute hoch gefahren werden muss, letztes Jahr mit dem Auto runter – eine respektvolle Strecke, immer schön eng, steil und kurvenreich geht es hoch zum Granier im Massiv der Chartreuse.

1994 übrigens sind wir den Granier auch mit Rädern und vollem Campinggepäck hoch, wir sind allerdings von Chambery aus über die nördliche Zufahrt die D912 hoch gekommen, die Strecke ist etwas länger, aber dafür weniger steil, aber es hat ausgereicht. Wir waren damals zu siebent, drei junge Frauen und vier Männer – Berge wie diesen haben wir natürlich auch „ausgefahren“, was mit mehr als 20 kg Gepäck noch mal was anderes ist... - den Granier konnte ich übrigens knapp für mich verbuchen. Oben auf den zur Bergwertung angekündigten Pässen wurde allerdings immer wieder gewartet, bis auch der letzte wieder fit für den nächsten Abschnitt war.

Auf bekannter Strecke geht es nun bergab nach St. Pierre d´ Entremont. 1994 sind wir hier erst mal einen Abstecher in eine Sackgassenstrasse zum Felskessel Cirque de St. Même gefahren und dann weiter südlich zum Kloster der Grande Chartreuse (wo wir natürlich auch den Grünen verkosteten und ein Fläschchen mitnahmen).

"Elixier des langen Lebens":Chartreuse Vert hat schon 55%  

Letztes Jahr haben wir hier in St. Pierre den ersten wirklich anspruchsvollen Klettersteig unseres Urlaubs gemacht, nach zwei „kleineren“ Steigen im Jura und am Lac de Bourget. Der Steig von St. Pierre d´ Entremont, besonders im zweiten, deutlich schwereren Abschnitt ist schon eher etwas für Fortgeschrittene, auch der lange An- und noch längere Abmarschweg haben es in sich. Ich fühlte mich wie gar gekocht, aber zugleich richtig glücklich (man merkt die Endorphine dann schon...), als ich nach bestandenem Klettersteigabenteuer wieder am Parkplatz war. Mein Begleiter, der Holzwurm Steffen, der immer mal auf den Fotos zu sehen ist, war bei der Kneifervariante ausgestiegen, hatte aber wenigstens schon einen Platz ausgemacht, wo wir zelten konnten. 

Im Steig von St. Pierre d´ Entremont


Blick vom Klettersteig ins Chartreuse – Massiv

Die Straße nach St. Christophe de Guiers war letztes Jahr noch gesperrt, wir mussten von St. Laurent du Pont aus ins Gebirge hoch fahren. Die regelrecht in den Fels eingefräste Straße konnte ich aber gut vom Klettersteig aus beobachten. In St. Laurent du Pont hatten wir letztes Jahr eine Zwangspause am Platz vor der Kirche, denn die Läden hatten alle Mittagspause und wir wußten, oben ist es schwierig mit dem Einkaufen.

Blick zu Straße, die die Fahrer heute die Schlucht runterjagen – ne tombe pas! 

1994 sind wir im Übrigen gleich noch mal über den Col de la Charmette wieder nach oben, eine abenteuerliche Bergtraße, die für die Tour wohl nicht infrage kommt, da fü den motorisierten Verkehr gesperrt.

Die Touretappe geht weiter nach Voiron – hier war ich auf meiner Tour im November 1997 mit dem Rad erstmals gewesen – damals hatte ich einen Sportfreund besucht, der hier ein Auslandspraktikum machte. Damals schaute ich mir auch das Museum an, welches sich in der Likörfabrik befindet – für mich ist der grüne Chartreuse der beste Kräuterlikör, den ich kenne. Nur drei Mönche kennen und hüten das Geheimnis, stirbt einer, bestimmen die anderen beiden den Nachfolger – klar, dass man weder auf ausgestellten Bildern, noch im Film, noch bei der Diashow irgendein Gesicht zu sehen bekommt...

Auf meinem Weg 1997 nach Voiron bin ich allerdings zur heutigen Strecke parallel gefahren – etwas weiter nördlich über La Côte St. Andre.

So bleibt mir nur zu erwähnen, dass wir 1994 – auf der mehrfach erwähnten Radtour nachdem wir  auch das Vercors überquert haben und beim Palais Ideal in Hauterive Zwischenstopp gemacht haben, dann auch bei Andance die Rhône überquert haben – wir sind dann allerdings auf direktem Wege nach Annonay hoch gefahren und weiter ins Pilat-Massiv.



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